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30. April 2009

Bordesholm: Hinterm Haus VI

Abgelegt unter: Tiere (Wildlife), Stories — Renee @ 10:00

Immer noch leicht irritiert von den Geschehnissen der letzten Stunden stampfte ich durchs hohe Gras und ließ meinen Gedanken freien Lauf …
Merkwürdig, dass ich Nicht Tinkerbell nicht sehen kann oder darf oder soll oder muss oder was auch immer. Und ebenso merkwürdig, dass Isa Bell auf den Kobold verzichtete. Tz … Du hast einen Lichtfänger bei dir, du brauchst nicht zu tauschen. Dein Lichtfänger, Menschenkind, wird das goldene Licht bannen und mir meine Tochter wieder bringen, hatte Isa Bell gesagt und als ich zum wiederholsten mal die Geschichte erzählen sollte, wippte plötzlich das Rapszweiglein neben der Hummel. Hmmmm … ob das Nicht Tinkerbell sein kann? Naja, ich finde schon, dass das grüne Ding wie ein Kobold ausschaut. Moment mal …?! Ist Nicht Tinkerbell der Lichtfänger den Isa Bell meinte?!

“Lucie Ver, sieh mal da drüben”, rief Nicht Tinkerbell aufgeregt heraus.
“Zwei Wildgänse in einem Teich, na und?!”
“Das sind nicht einfach nur zwei Wildgänse in einem Teich!” Und da war sie wieder, die lang vermiste Keiferstimme.
“Du keifst!”
“Ich tue was?”
“Du keifst … bellst … schreist … benimmst dich wie ein Hofund.”
“Das habe ich alles nicht gehört”, antwortete Nicht Tinkerbell fast schon singend.
“Und wieso sind das keine einfachen Wildgänse?”
“Lucie Ver, DAS sind unser Transporter.”

#04

Fortsetzung folgt …

29. April 2009

Bordesholm: Hinterm Haus V

Abgelegt unter: Tiere (Wildlife), Blümchen, Stories — Renee @ 10:00

“Das ist ja wohl die Höhe gewesen! Lucie Ver! Du bist ein selten gescheites Menschenkind! Das muss ich neidlos zugeben!”
“Nun ist aber gut, Nicht Tinkerbell … Komm wieder runter und beruhige dich.”
“Da kann ich mich noch Jahrtausende drüber freuen, wie du die Käfer ausgetrickst hast. HaHa … Wie die da rumgelaufen sind und die Pollen gesucht haben und dann die Sache mit Isa Bell. Man, man … Du bist echt klasse, Lucie Ver! Aber bitte, erzähl mir das noch einmal, wie dir Isa Bell die Geschichte vom Goldenen Licht erzählt hat”, bettelte Nicht Tinkerbell.
Mir enfleuchte ein tiefer Seufzer: “Das ist dann das letzte Mal! …

#05

… Es war einmal eine Königin …”
“Ich bin auch mit der kurzen Version zufrieden”, platzte Nicht Tinkerbell dazwischen und plötzlich wippte der Raps - neben der Hummel - auf und ab.
“Das ist gut … Isa Bell hatte eine Tochter und die wurde von den Goldkäfern entführt. Um Isa Bells Tochter zu befreien, muss ein Menschenkind das Goldene Licht hinter’m verwunschenen See einfangen und für immer bannen. Isa Bell verzichtet auf meinen Kobold, da ich scheinbar einen Lichtfänger dabei habe. Wenn ich das Goldene Licht Isa Bell übergebe, wird ihre Tochter wieder erscheinen. Oder so ähnlich.”
“Ja, ja, ja, ja, ja … das war alles richtig erzählt. Wunderbar erzählt. Einzigfabulös erzählt! Meine liebe Lucie Ver! Und jetzt auf, auf, auf … Wir haben das Goldene Licht zu fangen.”

Fortsetzung folgt …

28. April 2009

Bordesholm: Hinterm Haus IV

Abgelegt unter: Blümchen, Stories — Renee @ 10:00

“Peter Pan”, brustete ich lachend hervor.
“Das ist nicht witzig!”
Noch immer kichernd winkte ich den Wirt heran: “Zahlen bitte.”
“Und?! Wie heißt du nun?”, fragte Nicht Tinkerbell.
“Lucie Ver”, flüsterte ich Nicht Tinkerbell zu, in der Hoffnung, der Mistkäfer hört es.
“Alles zusammen?”, brummte der Gastwirt.
“Brennnesselsuppe und Bärlauchbrot, nebst ein Becher Honigmet.”
“3 Taler und vier Silbermünzen und ein gratis Ratschlag von mir: Leg’ dir einen anderen Namen zu!”
Etwas irritiert schaute ich den Wirt an und kramte in meinem Geldbeutel nach den verlangten Münzen. “Ähm … ich werd’s mir überlegen. Darf ich noch eine Frage stellen?”
“Sicher doch, Menschenkind, nur zu.”
“Kennen Sie die Legende vom Goldenen Licht?”
“Tzzz … Menschenkinder können so dumm sein …”, antwortete der Wirt, raffte die Münzen zusammen und drehte sich zum gehen.
“Ach ja?!” dieser Ausruf schien nicht nur bei Nicht Tinkerbell zu funktionieren.
Der Wirt drehte sich zu mir herum und sagte: “Geh’ zum Haus der Tausend Käfer, frage dort nach Isa Bell und nimm einen Kobold mit. Und nun geh … das Goldene Licht wird nicht auf dich warten!”

Als wir das Brennnesseltal verlassen hatten, kamen wir an eine Weggabelung.
“Nicht Tinkerbell?”
“Ja? Lucie Ver?”
“Kennst du den Weg?”
“Natürlich kenne ich den Weg!”, triumphierend.
“Rechts, links oder geradeaus?”
“Da lang!”, sprachs und da spürte ich das Piksen im rechten Oberarm.

Nach einer schier unendlichen Menge Zeit hatte ich kein Gefühl mehr in den Beinen.
“Nicht Tinkerbell, wir müssen eine Pause machen. Ich kann nicht mehr.”
“Nur noch ein paar Meter und wir sind da. Ich kann das Haus von hieraus sehen … nur noch um die Weide herum …”

#03

Fortsetzung folgt …

27. April 2009

Bordesholm: Hinterm Haus III

Abgelegt unter: Blümchen, Stories — Renee @ 10:00

Dieser kleine Mistkäfer, dachte ich und legte einen Schritt zu …
Es ging wahrlich über Stock und Stein und Querfeldein. Irgendwann fing ich an zu summen.
“Aufhören … aufhören …!”, rief der Wisperer und gar nicht so wispern wie er bisher mit mir sprach.
“Ach?!”
“Wie ach?!”
“Einfach nur ach. Und wieso soll ich aufhören zu summen?”
“Weil du nicht summen kannst. Punkt und Schluß.”
“Wenn du mir nich deinen Namen verräts, fange ich wieder an zu summen”, sprach ich beinahe etwas triumphierend.
“Nicht Tinkerbell, sagte ich doch schon”, antwortete der Mistkäfer patzig.
“Ach ja?”
“Wie ach ja? Ja doch!”
“Also, Nicht Tinkerbell, was bist du?”
“Unsichtbar, sagte ich doch auch schon. Sind eigentlich alle Menschenkinder so dumm?”
“Ich denke schon”, grinste ich und ging weiter in Richtung Brennnesseltal.

#02

In der Kneipe Zur strahlenden Blühte gönnten wir uns eine kleine Rast. Brennnesselsuppe und Bärlauchbrot war nicht nur schmackhaft, sonder auch recht günstig. Der Honigmet hatte eine schöne goldene Färbung und schmeckte wohlig warm.
Gerade als ich zum zweiten Schluck ansetzen wollte, fragte mich Nicht Tinkerbell: “Verräts du mir auch deinen Namen, Menschenkind?”

Fortsetzung folgt …

26. April 2009

Bordesholm: Hinterm Haus II

Abgelegt unter: Blümchen, Stories — Renee @ 10:00

Ui, das blendet!, rief ich erschrocken aus.
“Hey! Du da!”, wisperte es erneut. Und so sehr ich mich auch anstrengte, ich konnte nicht erkennen …
“Gib dir keine Mühe, gegen Elfenlampen seit ihr Menschen machtlos. Erst wenn ich den Bannspruch aufhebe, kannst du wieder normal sehen.”
“Aha … und nun? Soll ich weiterhin blind im Garten umherirren?”
“Nein! Du sollst zum verwunschenen See und das Goldene Licht einfangen.”
“Und wieso?”
“Wieso ist egal. Tu es einfach.”
“Und was passiert, wenn ich Nein sage?”
“Dann hebe ich den Bann nicht auf”, wisperte es beinahe fröhlich.
“Aha …”
“Aha?”
“Ja. Aha.”
Der Wisperer schien nervös zu werden. “Machst du es nun?”
“Mach ich was?”, fragte ich.
“Fängst du am verwunschenen See das Goldene Licht ein?”
“Nimm den Bann von mir und begleite mich”, forderte ich.
“Ich bin unsichbar.”
“Egal”, antwortete ich dem Wisperer.
PLONG machte es und ich konnte wieder sehen.

Der Wisperer und ich befanden uns schon seit Stunden schweigend auf dem Weg zum verwunschenen See, als ich endlich die alles entscheidende Frage stellte. “Wie heißt du?”
“Nicht Tinkerbell!”, keifte der Wisperer zurück.

#01

“Das Goldene Licht verschwindet”, rief der Wisperer wie in Panik und ich glaubte einen Stich im Oberarm zu spüren. “Los jetzt, du Menschenkind. Wir müssen das Goldene Licht fangen! Das Wiesenschaumkraut ist schon fast geschlossen.”

Fortsetzung folgt …

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