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11. Mai 2009

Backstage: Halte den Atem an …

Abgelegt unter: Backstage — Renee @ 11:49

Bei Worti kribbelte es mir in den Fingern und ich plauderte ein bischen über Tricks und Tipps bei Langzeitbelichtungen. Da ich befürchte, das es bei ihm ausarten könnte, bastel ich mal eben ein paar Tipps zusammen.

Worauf achte ich bei Langzeitbelichtungen (Nightshoots)?
[unabhängig davon, ob kompakte Digitalkamera oder DSLR (Digital single-lens reflex)]

  • Stativ
  • volle Akkus
  • Auslösekabel
  • fester Untergrund
  • lichtschwache Umgebung
  • immer manuelle Einstellungen vornehmen
  • kein Blitz
  • Wenn kein Stativ vorhanden ist, dann kann die Kamera auch auf einen stabilen Untergrund gelegt/gestellt werden. Dazu kann man auch ein Beanbag verwenden.
    Akkus sollten immer voll sein, bzw. ein Satz geladene mit von der Partie sein. Selbst habe ich 4 Satz Akku’s und die sich irgendwie immer in der Ladestation.

    Anfangs hatte ich noch kein Auslösekabel für meine DSLR und für die kompakte Digi gibt es kein Auslösekabel, so war und ist meine Lösung: Selbstauslöser. Meistens gibt es zwei Zeiteinstellungen: 2 Sekunden und 10 oder 12 Sekunden bis der Auslöser automatisch aktiviert wird. Selbst stelle ich die Kompakte immer auf 12 Sekunden ein und betätige dann den Auslöser; da ist ausreichend Zeit, damit die Kamera zur Ruhe kommt und das Verwacklungenrisiko ist verringert.

    Was meine ich mit fester Untergrund? Alles was sich nicht bewegt. Im Winter hatte ich an der Kieler Förde ein paar Langzeitshoots gemacht und die einzige Position, die ich in der schnelle der Zeit (hatte nur 10 Minuten Zeit) fand, war die Brücke. Na danke … Es ist eine tolle Brücke - gar keine Frage - aber sie vibriert, sobald sich etwas darüber hinwegbewegt. Und da spielt es keine Rolle, ob es ein zweibeiniges oder ein zweirädriges Wesen ist. Die Schwingungen sind zwar ein tolles Gefühl für den Körper, aber leider misserable Voraussetzungen um wackelfreie Langzeitbelichtungen von mehreren Sekunden zu machen.

    In Berlin konnte ich die Erfahrung machen, dass eine lichtschwache Umgebung das Augenlicht erhöht und du dadurch besser Deteils erkennst. Und wenn man unter einer Straßenlaterne steht, registriert die Kamera dies als Lichtquelle und das was man eigentlich im Nightshoot festhalten will, verschwindet in der Dunkelheit.

    Die meisten Kameras haben Nachtmodusfunktion und so, doch meistens wird dann das Bild gelbstichig oder es löst automatisch der Blitz mit aus. Daher stelle ich meine Kameras (Kompakte und DSLR) immer manuell ein. Meist nutze ich eine Blende um f11 (das ergibt schöne Sterne bei Straßenlaternen), ISO100 oder niedriger (damit die Farben leuchten und das Rauchen sich verringert) und bei der Zeit muss man testen. Anfangs fand ich es immer irritierend, dass im Sucher immer “Unterbelichtung” angezeigt wurde. Mittlerweile nutze ich das “Signal” als Orientierung und schaue, dass ich nie mehr als -2.0 Blenden liege.

    Nightshoots mit Blitz empfinde ich eine Stilrichtung [Strobist].
    Dazu später mal mehr.

    Das waren nun erst einmal ein paar technische Tipps, wie man das Verwackeln bei Nachtaufnahmen verringern bzw. vermeiden kann.

    Bei all den Möglichkeiten, die es gibt und all den Tipps und Tricks, die man sich erlesen und erarbeiten kann, habe ich einen Tipp besonders schätzen gelernt: Halte den Atem an …

    Mittlerweile tue ich es auf zweierlei Arten, den Atem anhalten. Zum einen nehme ich mir einfach die Zeit, um die Vorbereitungen zu treffen und zum anderen atme ich ruhiger, wenn ich die Kamera in der Hand halte. Der Puls überträgt sich auf die Kamera und kann minimale Verwackler verursachen, die gerade bei Makroaufnahmen [mit großer Blende] unschön wirken.

    Ich habe mal vier Beispielsbilder rausgesucht, 2 wurden mit einer digitalen Spiegelreflexkamera und 2 mit einer kompakten Digitalkamera gemacht:

    Morningbreak over Berlin
    Berlin, Feb. 2008, Kamera: Pentax *istDS (DSLR), manuelle Einstellung: Belichtung: 1,5 sec (3/2), Blende: f/5,6, Stativ und Auslösekabel

    #004 of 365 days / Hamburger Werft
    Hamburg: Blohm & Voss Repais GmbH, Nov. 2008, Kamera: Pentax *istDS (DSLR), manuelle Einstellung: Belichtung: 2 sec (2), Blende: f/11, Stativ, Auslösekabel + Zeitverzögerung (Selbstauslöser) 12 Sekunden

    cold outsinde
    Berlin, Feb. 2008, Kamera: Samsumg D60, automatische Einstellung: Belichtung: 6 sec (6), Blende: f/7,1 + Selbstauslöser 12 Sekunden, Kamera steht auf dem Boden

    Neptunbrunnen
    Berlin Alex, Neptun Brunnen, Kamera: Samsung D60, manuelle Einstellung: Belichtung: 8 sec (8), Blende: f/2,8 + Selbstauslöser 12 Sekunden, die Kamera steht auf einer Parkbank

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    14 Kommentare »

    1. meine Göttin!

      Und mal so als Richtwert für mich als Laien: wie lang brauchst Du in etwa zum Fotografieren pro Motiv?

      Kommentar von Moosi — 11. Mai 2009 @ 17:04

    2. zwischen eintausendstel und 30 sekunden *grins*

      aber im ernst: im durchschnitt brauche ich schon 20 Minuten bis ich alles so habe, dass ich los legen kann und dann folgt eine Belichtungsreihe von durchschnittlich 20 Bildern und dann erst fange ich mit fotografieren des Motives an. Und das dauert nur ein paar Sekunden.

      Und wenn es schnell gehen soll, dann stelle ich die Kamera nach Erfahrungswerten ein und hoffe, dass das Bild was geworden ist.

      Kommentar von Renee — 11. Mai 2009 @ 17:51

    3. Das letzte Bild sieht stark aus … mit den ganzen “kleinen” Kontrasten!

      Kommentar von Sebastian — 12. Mai 2009 @ 12:45

    4. Danke für den kleinen Einblick, Renee :)
      Finde das echt klasse, wenn du mal zwischendurch so aus dem Nähkästchen plauderst. :)

      Kommentar von Wortman — 12. Mai 2009 @ 18:05

    5. Danke Sebastian ;-)
      das letzte Bild mag ich sehr, zu mal der Radfahrer mich ziemlich irritiert anschaute, als er vorbei fuhr.

      Kommentar von Renee — 12. Mai 2009 @ 18:07

    6. danke Worti ;-) das mache ich gern, aber ich vermute, dass es kaum jemand interessiert. Die Resonanz auf ‘nur’ Bilder ist weitaus höher als auf die Herangehensweisen und Hintergründe mit Beispielsbildern.
      Find ich irgendwie schade … naja, was solls - zumindest drei haben es gelesen.

      Kommentar von Renee — 12. Mai 2009 @ 18:14

    7. wunderschöne bilder :-)

      Kommentar von Sany — 12. Mai 2009 @ 18:21

    8. ich steh sehr drauf, wenn Du aus dem Nähkästchen plauderst!

      Kommentar von Moosi — 12. Mai 2009 @ 22:36

    9. @ Renee (6): Doch, mich interessiert’s!

      Ich bekomme zum Geburtstag endlich ein Stativ und freu mich schon sehr drauf :-) Dabei hab ich jahrelang gesagt “Digitalkamera? Braucht kein Mensch!” - aber seit ca. einem Jahr bin ich viiieel klüger *g*

      Kommentar von Miki — 12. Mai 2009 @ 22:54

    10. Danke Moosi und Miki ;-)

      ein Stativ ist schon ein Segen *hihi* - habe zu Hause zwei, eins im Wohnzimmer (vor der Terrassentür) und eins im Arbeitszimmer (Tabletop) - aber wenn ich unterwegs bin, dann nehme ich nie eins mit, ist mir zu unbequem auf’em Fahrrad, allerdings lasse ich auch die DSRL zu Hause und habe meist nur die Kompakte dabei.
      Doch wenn ich einen Spaziergang plane (haha! ganz spießig jeden Sonntag), nehme ich auch die DSRL mit.

      Kommentar von Renee — 13. Mai 2009 @ 07:28

    11. eifach nur dr hammer !!!! So gerne wie ich fotografiere und doch auch über einige gute kameras verfüge und sogar unter wasser anzutreffen bin .. nachtbilder sind einfach nicht mein ding .. LEIDER !
      deine bilder sind wahnsinnig schön renee .. bravo

      liebe grüsse von jess

      Kommentar von amorak — 13. Mai 2009 @ 10:17

    12. Sehr sehr geil!!! Bravissimo! Das erste Foto gefällt mir besonders gut! Einfach Nummer Eins!

      Kommentar von Liebmann — 13. Mai 2009 @ 12:41

    13. Das mit dem “nur Ergebnis gucken” kenne ich ja auch ;)
      Der Versuch des kleinen Onlinekurses ist ja auch mehr oder minder im Sand verlaufen.

      Ich freu mich immer, wenn du diese Nähkästchensachen raus lässt :) Ich bin eher im Moment wieder zum “Knipser” runter entwickelt *g* Wird echt Zeit, wieder richtig los zu legen… in dem Sinn tun mir deine Backstageberichte auch immer sehr gut :)

      Kommentar von Wortman — 13. Mai 2009 @ 23:19

    14. Wow, da bin ich jetzt sprachlos. Ich bin ein großer Fan von Nachtaufnahmen, aber man sieht selten welche in dieser Schärfe. Wird vielleicht doch endlich Zeit mir eine digitale Spiegelreflexkamera zuzulegen. Das zweite Foto ist mein Favorit!

      Kommentar von Chris — 6. September 2009 @ 19:12

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