Gestern Abend - kurz vor dem zu Bett gehen - hatte ich eine Blitzidee.
Dazu schickte ich meinen Mann in den Keller, der mir die Schachtel mit den Dichtungsringen sofort holen musste. In der Zwischenzeit suchte ich das Buch von Rainer Maria Rilke Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge und bereitete alles vor für die Dichtung …


Ich wünsche allen LeserInnen ein frohes und besinnliches Weihnachtsfest.
Eure
Renee
Heute tauchte ich mal wieder ins Archiv und wusselte ein Bilder hervor, das eindeutig zu wenig zeigte.
Wieder ein Bild aus November 2007.
Nein … ich muss anders anfangen … Warum habe ich überhaupt im Archiv gewühlt?
Seit vielen Jahren werde ich von schlaflosen Nächten oder Alpträumen geplagt. Mittlerweile habe ich mich daran gewöhnt und finde es gar nicht mehr so schlimm. Es ist manchmal wie bei Freddy Kruger, er ist da, er kommt ungefragt, er will dich umbringen und du rennst um dein Leben ohne dabei von der Stelle zu kommen. Nun mein Freddy Kruger ist meine ehemalige Muse und er will mich nicht umbringen, sondern einfach nur mit mir reden, weil dies für ihn der einzige Weg der Kommunikation ist. Das war zumindest der Inhalt unseres letzten Traumgesprächs.
Meist habe ich nach solchen Träumen einen kreativen Schub, fühle aber eine tiefe Leere, die ich ausfüllen will. Es ist als würde ich vor einem weißen Blatt Papier sitzen und es will sich einfach nicht beschreiben lassen. Ein Weg aus diesem Dunkel heraus ist für mich das durchblättern von Bildern. Meistens finde ich ein verhunstest Bild, was schon längst hätte gelöscht werden sollen, und der kreative Prozeß tritt ein.
Dieses hier zum Beispiel ist so eins. Es ist nur ein viertel vom Gesicht zu sehen, es ist punktiert überbelichtet und es ist zuviel schwarz im unteren drittel. Doch mit dem Abstand der Jahre, habe ich nun gefallen am Bild gefunden. Ich legte eine Textur von cierta drüber und war soweit damit zufrieden. Doch das Ganze sollte auch eine Botschaft beinhalten. Und so blätterte ich noch in meinen alten Unterlagen und fand ein Elfchen, das ich vor rund fünf Jahren schrieb und heute seine Bestimmung gefunden hat.

View On Black


from dusk till dawn
mal wieder nicht schlafen können
tausend gedanken drehen sich im kreis
fahren achterbahn
und halten nicht still
lassen sich nicht wegschieben
schließ’ die augen
fühl’ das wesen
entfernt und unerreichbar
schreit es mir entgegen
bohrt tief und tiefer in alte wunden
kehrst immer wieder zurück
einem vampir gleich
nährst dich von meiner seele
nimmst was dir nicht gehört
läßt ein totes herz zurück
und fragst in unschuld gehüllt
lebst du …
jagst mich durch die nacht
von herzschlag zu herschlag
raubst dich durch’s zwielicht
labst dich an meinen eingeweiden
badest im vergehenden leben
so naht der morgen
mein zittern verschwindet
und meine angst vor dir
legt sich zur ruhe
from dawn till dusk
