
Als wir dann wieder wirklich festen Boden unter den Füßen hatten, kehrten wir in das kleine Bistro am Hafen ein. Nett war’s. Drei Tische und Stammgäste aus’em Ort, die fröhlich Plattdütsch palaverten.
Wir bestellten Currywurst & Pommes und Milchkaffee.
Lecker war’s.
Und wir kauften noch zwei Ansichtskarten, die noch immer in meiner Tasche darauf warten endlich zur Post gebracht und versendet zu werden … Asche auf mein Haupt …

Nun standen wir auf der Düne und ich wollte mir die Nordsee ansehen - genau ansehen … daher gingen wir die Düne hinuter zum Strand und durch Watt.
Langsam kam die Flut und das Meere drängte sich dem Land entgegen …
“Komm … Lass uns zurück gehen. Es ist kalt und die Flut kommt schneller als ich über die Steine gehen kann”, sagte ich zu Stefan und ging vorsichtig über die Steine zurück in Richtung Düne.
Mein Blick fiel auf diese Muschel und ich wollte sie ganz nah und in Augenhöhe einfangen.
Neun mal ließ ich den Auslöser [blind] klackern, bis ich es so hatte. Denn auf den nassen Sand wollte ich mich nun wirklich nicht hinlegen.

Nachdem Cafe am Husumer Hafen wollte ich noch unbedingt zur anderen Seite der Bucht und endlich mal den Leuchtturm sehen, der da immer so schön blinkert … und bis dahin könnte ich ja auch Glück haben und ein kleinwenig Flut mitbekommen … Also stiegen wir ins Auto und kurvten einige Kilometer um die Bucht herum und kamen in Süderhafen an.
Der Hafen besteht aus einer einzigen Fahrrinne, die gefroren das zu löschende Schiff festhielt. Für uns sehr reizbar, da wir in weiter Ferne die Nordsee sahen, also quasi nur den Deich runter laufen und so …
Dann kam der Transporter angefahren und zwei Männer stiegen aus, packten ihre Kamera (inkl. Stativ) aufs Dach und filmten die örtliche Windmühle.
NDR Kiel stand auf der Seite …

Im Café hatten wir Fensterplätze.
Und da beobachtete ich schon das Mädchen und leise drang ihr Arkordionspiel ins Inners des Hauses. Am Tisch vor uns genießte ihre weibliche Verwandtschaft Plunderstückchen und Kaffee.
Als wir die gehobenen Bäckerei verliesen und gerade um die Kaffeehausecke gingen, kam uns ein Zimmermann auf der Walz entgegen. Schnellen und zielstrebigen Schrittes schritt er an uns vorbei, grüßte freundlich und ich fummelte hecktisch an meiner Fototasche, zückte die Pentax und drehte mich um … zooooooooom, klack … *grummel* … mist …
“Was? Hast ihn nicht erwischt?!”
“Doch, aber nur die Hälfte, die andere Hälfte befand sich schon hinter der Hauswand …” *grummelgrummel*
1912 befand sich ebenfalls auf der Walz der Arbeiterfotograf Eugen Heilig [*1892 in Neckargröningen; † 1975 in Berlin]. Er bereiste Österreich, Schweiz und Italien.

Tässchen Kaffee? Milch & Zucker nehmen Sie sich selbst?!
So oder so ähnlich hätte es klingen können, doch die Dame hinter der Theke hatte an jenem Nachmittag keine rechte Lust ihre Gesichtsmuskeln rund um die Mundpartie zu bewegen. Dafür konnte sie gut mit den Augen rollen …
PS.: twitter drüber